Bestattungen in der Natur – Tipps zum Asche verstreuen in der Schweiz
- vor 2 Tagen
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Immer mehr Menschen wünschen sich, dass ihre Asche nach dem Tod der Natur übergeben wird. Doch gleichzeitig tauchen Fragen auf: Wo ist das erlaubt? Welche Möglichkeiten gibt es? Und wie geben wir diesem Moment eine würdige Form? All diese Fragen beantworte ich hier gerne.
Ein Ort in der Natur kann besonders viel Trost schenken – er fühlt sich natürlich und frei an. Idealerweise wird ein Platz ausgesucht, der zur verstorbenen Person passt. War sie naturverbunden, gerne am Wasser, in den Bergen oder im eigenen Garten? Nur wenn so eine Verbindung besteht, wird der Abschied authentisch und gibt den Hinterbliebenen ein gutes Gefühl.
Was Angehörige bedenken sollten
Beim Wunsch einer Bestattung in der Natur sollten auch die Gefühle der Angehörigen berücksichtigt werden. Als Trauerrednerin rate ich jeweils zu überlegen, wie wichtig es ist, dass diese später wieder an den Beisetzungsort zurückkehren können. Offiziell genehmigte Plätze – speziell Waldfriedhöfe – sind meist einfach erreichbar und leicht zugänglich, auch wenn man nicht mehr gut zu Fuss ist. Zudem empfehle ich eine vorgängige Besichtigungen für die Wahl der letzten Ruhestätte.
Tipp: Es hilft, im Vorfeld gemeinsam zu überlegen, ob es einen physischen Ort der Erinnerung braucht oder ob der im eigenen Herzen genügt.

Darf Asche in der Schweiz verstreut werden?
Doch auch wenn all die obigen Punkte geklärt sind, bleibt die Frage, wo Naturbestattungen erlaubt sind. In der Schweiz herrscht im Vergleich zu anderen Ländern eine offene Haltung. Hierzulande darf die Asche eines Verstorbenen in der Natur verstreut werden – wenn einige Punkte beachtet werden.
Einfach ist es für all jene, die einen eigenen Garten besitzen. Da in Privatbesitz, braucht es keine weiteren Abklärungen.
Beliebt sind Wälder oder Berggipfel. Diese gelten häufig als "öffentlicher" Raum und dürfen fürs Asche Verstreuen genutzt werden. Trotzdem rate ich, dass Sie beim Landbesitzer oder der Gemeinde vorab nachfragen. Denn insbesondere Wiesen, auf denen Tiere weiden, werden nicht zur Verfügung gestellt.
Bei Seen und Flüssen gilt: Manche Gewässer – vor allem grenzüberschreitende – dürfen nicht genutzt werden, insbesondere der Bodensee. Auch braucht es mancherorts eine Bewilligung. Die Seepolizei gibt dazu Auskunft.
Ungeeignet oder gar verboten ist das Ausschütten sterblicher Asche auf öffentlichen Plätzen wie Schulhöfen, Bahnhöfen oder dicht bebauten Wohngebieten.
Begleitung durch Worte
Der Moment des Abschiednehmens verdient einen liebevollen, intimen Rahmen. Erst Worte, die das Leben würdigen, Dankbarkeit ausdrücken und Trost spenden, machen das Verstreuen der Asche zu einem einzigartigen Ritual.
Erfahrene Trauerredner und Trauerrednerinnen unterstützen die Angehörigen dabei, den Abschied in einen besonderen Moment der Erinnerung zu verwandeln. Sie kennen sich aus mit Abschieden in der Natur und machen die Angehörigen auf organisatorische Stolperfallen aufmerksam. Denn es wäre unglücklich, wenn alle parat stehen und dann festgestellt wird, dass die Urne noch verschraubt und kein Schraubenzieher zur Hand ist.
Fazit: Der richtige Ort für Herz und Erinnerung
Am Ende geht es darum, einen Ort zu finden, der zur verstorbenen Person passt und gleichzeitig den Angehörigen Halt gibt. Regeln, Orte und Gefühle greifen ineinander. Und vielleicht ist genau das die Botschaft: Liebe bleibt – sie ist nicht an Grenzen gebunden, sondern wirkt weiter in der Erinnerung.
Praktische Tipps für Angehörige
Abklärungen treffen
Klären Sie bei Gemeinde, Kanton oder Polizei ab, wo Asche verstreut werden darf. Fragen Sie eventuell auch bei Ihrer Trauerrednerin oder Ihrem Trauerredner nach, ob passende Orte bekannt sind.
Orte gemeinsam besichtigen
Ein Besuch vorab sowie die Entscheidung zum Ort gemeinsam zu treffen, verhindert spätere Unsicherheiten.
Zeremonie gestalten lassen
Holen Sie sich professionelle Unterstützung für Worte, Musik oder ein Ritual. Erfahrene Trauerredner und Trauerrednerinnen kennen auch die Tücken bei Abschieden in der Natur.
Einen Gedenkort schaffen
Auch wenn die Asche verstreut wird, kann eine Kerze zuhause oder ein Erinnerungsstein im Garten ein Ort des Innehaltens sein.



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